die brandneue vierte HUSTEN Vinyl 12" EP -  "Wohin wir drehen"  - ab sofort im Shop erhältlich. 

Husten sind Moses Schneider, Gisbert zu Knyphausen und der dünne Mann

HUSTEN „Wohin wir drehen“

1. Wohin wir drehen
2. Ich lauf doch schon so schnell ich kann
3. Bad Karma Boy
4. Ab ins Ungewiss
5. Das Lehm

Sie haben wieder in dem alten Schuppen gesessen. Parfüm getrunken und auf einer knittrigen Landkarte mit Pflastern die Luftlinie nach Singapur geklebt. Einer der Nachbarn hat erzählt, die drei Männer würden dort regelmäßig eine Matinee veranstalten. Ab und zu würden merkwürdige Figuren vorbeikommen, Schlagzeugspenden durch den Spalt in der windschiefen Holztür schieben und wieder verschwinden. Die alte Kennertz sagt, die Drei würden dort mit Springseilen, Fax-Geräten, einer alten Armbanduhr, einer Klarinette und ein paar Säcken Sägemehl etwas bauen und genau danach würde auch der Lärm klingen, der alle paar Tage aus dem Schuppen strömt. Die meiste Zeit gehen diese Typen aber Essen. Lassen sich nie was kommen, immer gehen sie Essen. Dünn wie Schläuche, aber andauernd Essen gehen! 

Einmal im Jahr schicken sie ein Tonband weg. Letzten Herbst, als der Rasen im Goldrot der Blätter ertrank, haben sie es im Schuppen abgespielt und kurz darauf versandt. Die Kennertz hat gelauscht und sagt, am Anfang hätte es geklungen wie ein James-Bond-Film mit Robotern, gewiss seien Drogen im Spiel. Dann auf einmal dachte sie, die Lieblingsband ihrer Jugend zu hören, dieses glitschige Duo, wie hieß es noch, Wham!

Eine Täuschung sicherlich. Mittendrin sei es um Karma gegangen, um den desolaten Zustand der Welt. Was geht das denn die an, habe sie noch gedacht. Dann kam andauernd ein „Hey“ und „Ok“, zackig, ungeduldig, jemand sang „auf ins Ungewiss“ oder so. Und schließlich war ihr – der alten Kennertz also – als ob eine Säge Frank Sinatra entzweie. Als habe jemand einer Oper Propenal injiziert. Es hat gar nicht geregnet, sagt sie, aber als es still wurde, seien ihre Wangen ganz nass gewesen. Jetzt sind sie wieder weg, und eine Ruhe hat sich über den Ort gelegt.

 

Wir KünstlerInnen und Bands können nicht live spielen durch Corona. Nicht durch Clubs touren und höchstwahrscheinlich auch kaum Festivals mitnehmen in diesem Sommer. Das tut wahninnig weh, natürlich auch finanziell. Aber noch härter als uns trifft es momentan unsere Live-MusikerInnen und Crews. Also die Menschen, deren Brotjob es ist, unsere Konzerte auch in guten Zeiten überhaupt erst möglich zu machen: Unser Ton- und LichttechnikerInnen, Bühnen-MusikerInnen, die KollegInnen vom Merch, vom Bühnenbild oder der Backline, unsere Busfahrer oder TourmanagerInnen. Sie alle sind wohl für mindestens einen Sommer arbeitslos.

Den kompletten Erlös dieses Samplers (ob Einzelsong oder ganzes Album) geben wir daher 1:1 an unsere Crews und Tourfamilien weiter. Vielleicht kann er helfen, das ein oder andere Loch zu stopfen.

Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr eifrig downloaded. Es sind ein paar ganz neue oder auch ganz seltene Songs und Versionen dabei. Herzlichen Dank und passt bitte gut auf euch und alle anderen auf! 

Tracklist

01 Moritz Krämer - Hier fängt alles an
02 Wayne Graham - What’s Your Excuse
03 Die Höchste Eisenbahn - Timmy (Retrogott RMX feat. Retrogott & Francesco)
04 I am Oak - Cluster (reprise)
05 Gisbert zu Knyphausen - Kurt K. schreibt einen Brief an seinen Vater
06 lilly among clouds - Can You Read My Thoughts (live)
07 Hodja - Phishing With Grandma
08 Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi - Das plarische Exzem (live)
09 Hello Emerson - Tough Luck
10 Talking to Turtles - Safetyville (Demo 2013)
11 Lemur - Zahlen und Namen
12 Woods of Birnam - How Many (Piano Version)